Jungwissenschaftler des UKB wurden in diesem Jahr mit dem Hygiene-Preis der Rudolf-Schülke-Stiftung ausgezeichnet für ihre Arbeiten zu notwendigen Maßnahmen, um die Verbreitung antibiotikaresistenter Erreger in Krankenhäusern zu reduzieren bzw. zu stoppen (ukbnewsroom/09.03.2020, Hygiene & Medizin 2020, 45(4): 49-50).

Im Vergleich zu Stationen mit geringem Antibiotikaeinsatz fanden sie auf Stationen mit hohem Antibiotika-Verbrauch im Abwasser der Waschbeckensiphons, Duschen und Toiletten hohe Konzentrationen an Antibiotika-Rückständen und antibiotikaresistenten Bakterien mit nachgewiesenen Resistenzgenen. Aus dem Nachweis eines bestimmten Bakteriums über mehrere Jahre schlossen sie auf Biofilme als Quelle für antibiotikaresistente Bakterien, Resistenzgene und Antibiotikarückstände in den Sanitäreinrichtungen. Höhere Konzentrationen waren auch mit  längerem Nicht-Nutzen bzw. längeren Standzeiten des Abwassers verbunden, wodurch sich das Risiko möglicher Rückkopplungen zum Patienten erhöht. Als Konsequenz der Forschungsergebnisse wird von den Wissenschaftlern der Einbau selbstdesinfizierender Siphons zur mechanischen Reinigung und Vernichtung der Biofilme als Lebensraum der resistenten Infektionserreger als eine mögliche konkrete Vorsichtsmaßnahme in Risikobereichen (z.B. Onkologie) empfohlen.

In weiterführenden Untersuchungen zu „Hot-Spots“ und Übertragungswegen von Antibiotikaresistenzen werden Risikopotentiale der Resistenzverbreitung ausgehend von Siphons in den Sanitäranlagen und Aerosolen aus dem Abwassersystem betrachtet  sowie hygienisch-mikrobiologische und wasserchemische Bewertungskonzepte zur Optimierung der Sanitärtechnik (z.B. selbstdesinfizierende Siphons) erstellt.

Der MoveoSiphon ST24 ist ein selbstdesinfizierender Siphon, der mittels Hitze und Vibration Keime im Sperrwasser abtötet und die Biofilmbildung verhindert.